Projektbeschreibung

01. Aims and Targets

Paradoxerweise hat die fortschreitende Globalisierung der letzten Jahre zur Stärkung der nationalen Identitätspolitik (identity politics) verschiedener Länder geführt. Im Zuge dessen wurde Nationalismus rehabilitiert und fremdenfeindliche Haltungen gegenüber Menschen mit einem anderen kulturellen, religiösen oder sprachlichen Hintergrund wurden wieder salonfähig. Dass dieser Prozess oft im Rahmen demokratischer Verfahren (z.B. Wahlen) abläuft, behindert wiederum gravierend die Konsolidierung heutiger Demokratien, die auf ein tolerantes Zusammenleben verschiedenster Bürger angewiesen sind. Das kann man leicht an nach innen gerichteten politischen Maßnahmen erkennen, wie sie auch in Industriestaaten zu beobachten sind.

Angesichts des Wiederauflebens von Nationalismus und fremdenfeindlicher Haltungen wird sehr häufig der Umgang mit der Vergangenheit, d.h. der Geschichte des betreffenden Landes, thematisiert. Wenn man z.B. an die lange Geschichte der Konflikte in Ostasien denkt, kommt einem dies sehr bekannt vor, es ist aber auch eine weltweit feststellbare Tendenz. Selbst Europa, das sich die Versöhnung mit der Geschichte (bzw. im Fall von Deutschland „Vergangenheitsbewältigung“) auf die Fahne geschrieben hat, ist da keine Ausnahme. Konflikte im Umgang mit der Vergangenheit sind sehr diffizil und werden verstärkt dazu missbraucht im Rahmen demokratischer Prozesse andere auszuschließen. Wie soll bzw. kann man dies erfassen?

Das interdisziplinäre Forschungsprojekt zur Funktion von Nationalgeschichte und kollektivem Gedächtnis in der globalisierten, demokratischen Gesellschaft beschäftigt sich damit im Hinblick auf folgende Punkte.

Mit der Bildung moderner Nationalstaaten kam es auch zur Abfassung von Nationalgeschichten. Welche Rolle spielten sie beim Ausschluss solcher Anderer? Hat bereits die Sichtweise der historischen Wissenschaft selbst Ansätze zu Konflikten im Umgang mit der Vergangenheit in sich getragen? Untersucht wird die Rolle der historischen Wissenschaft in Europa und Asien anhand konkreter Beispiele.

Das Ende des Kalten Krieges nach dem Fall der Berliner Mauer und dem Zerfall der Sowjetunion hat dazu geführt, dass das kollektive Gedächtnis, das vergangene Kriege und Diktaturen übertünchen konnte, verblasste und sich die Einstellung des Einzelnen zur Geschichte grundlegend veränderte. In der Folge wurde in verschiedenen Ländern die Erinnerung an die jüngste Geschichte politisch instrumentalisiert. Hier sollen solche Identitätspolitiken untersucht werden.

02. Zusammensetzung der Forschungsgruppe

Historiker bilden den Kern der Forschungsgruppe. Diese wird durch Forscher aus verschiedenen Bereichen (z.B. Volkskunde, Christentum) ergänzt. So sollen die Themenbereiche Nationalgeschichte und kollektivem Gedächtnis interdisziplinär angegangen werden.

Dazu wird ein Netzwerk aufgebaut, das wissenschaftliche Institutionen aus verschiedenen Ländern umfassen soll. Im Blick auf die Erfahrung des Zweiten Weltkriegs ist es von erheblicher Bedeutung, dass es Japan, Südkorea, Deutschland und Polen umfasst. Hinzugezogen werden auch bekannte Forscher aus Australien, Amerika und Kanada, die sich mit japanischer oder ostasiatischer Geschichte beschäftigen. Mit Hilfe dieser global zusammengesetzten Forschungsgruppe soll der gegenwärtigen komplizierten Sachlage auf den Grund gegangen werden.

03. Aktivitäten

04. Partners

Project Leader

HASHIMOTO, Nobuya Professor Kwansei Gakuin University

Project Member

AWAYA, Toshie Professor Tokyo University of Foreign Studies
FUJIHARA,Tatsushi Associate Professor Kyoto University
FUJII, Takashi Associate Professor Kwansei Gakuin University
FUKUDA, Hiroshi Associate Professor Seijo University
GOTO, Yukako Professor Kwansei Gakuin University
HASEGAWA, Takahiko Professor Hokkaido University
IIJIMA, Wataru Professor Aoyama Gakuin University
KANAZAWA, Shusaku Associate Professor Kyoto University
KOMORI, Hiromi Professor Waseda University
KOYAMA, Satoshi Professor Kyoto University
LEE, Sungsi Professor Waseda University
MIZUNO, Hiroko Associate Professor Meiji University
NISHIYAMA, Masaru Professor Kwansei Gakuin University
RUSTERHOLZ, Andreas Professor Kwansei Gakuin University
SATO,HitomiAssociate Professor Konan University
SATO,Tatsuro Professor Kwansei Gakuin University
SHIMAMURA,Takanori Professor Kwansei Gakuin University
TAKAOKA, Hiroyuki Professor Kwansei Gakuin University
TATEISHI, Yoko Assistant Professor Seikei Univeristy
TOBE, Hideaki Professor Tokyo Keizai Univerity

FUKUMOTO, Kenshi Assistant Professor Kwansei Gakuin University

BERGER, Stefan (Professor, Ruhr University Bochum, Germany: Historiography, German Social History)
BOGUMIŁ, Zuzanna (Associate Professor, The Maria Grzegorzewska University, Poland:
Sociology and Anthoropology, Gulag Studies)
FUJITANI, Takashi (Professor, University of Toronto, Canada: Modern Japanese and East Asian History)
GLUCK, Carol (Professor, Columbia University, USA: Modern and Contemporary Japanese History,
Politics of Memory in Global Context)
GŁOWACKA-GRAJPER, Małgorzata (Assistant Professor, University of Warsaw, Poland: Memory Studies)
LIM, Jie-Hyun (Professor, Sogang University, South Korea: Global and World History)
LORENZ, Chris (Professor / Honorable Research Fellow, Ruhr University Bochum, Germany: Theory of History)
MORRIS-SUZUKI, Tessa (Professor, Australian National University, Australia: Asian History)
YONEYAMA, Lisa (Professor, University of Toronto, Canada: Contemporary Japanese History,
Memory Politics)

05. Partners